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Mehrheit der Deutschen will Werbung für Billigfleisch verbieten
#1
Zitat:Zwei von drei Deutschen sind der Meinung, es sollte dem Handel verboten werden, Billigpreise für Fleisch zu bewerben. Für höhere Fleischpreise treten weniger ein.

Quelle: https://www.augsburger-allgemeine.de/spe...17011.html

Schwieriges Thema. Die Billigfleisch-Esser wählen das billige Fleisch sicher nicht nur wegen des Preises, sondern vor allem wegen ihrer (eingeschränkten) finanziellen Möglichkeiten. Der Konsum von Fleisch sollte aber nicht nur den Wohlhabenden vorbehalten bleiben, sonst hätten wir bald Zustände wie im Mittelalter.

Martin
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#2
(20.05.2020, 20:00)Martin schrieb: Schwieriges Thema. Die Billigfleisch-Esser wählen das billige Fleisch sicher nicht nur wegen des Preises, sondern vor allem wegen ihrer (eingeschränkten) finanziellen Möglichkeiten. Der Konsum von Fleisch sollte aber nicht nur den Wohlhabenden vorbehalten bleiben, sonst hätten wir bald Zustände wie im Mittelalter.

Martin

In meiner Kindheit und Jugend gab es allenfalls mal am Sonntag Fleisch zu essen, der berühmte Sonntagsbraten. Auch Wurstbrote gab es eher selten, aber wir sind trotzdem nicht verhungert. Damals war Fleisch und Wurst auch nicht billig, aber qualitativ weit hochwertiger wie heute. Meine Eltern waren auch nicht begütert, mein Vater war Alleinverdiener für eine sechsköpfige Familie. In den 50er Jahren infolge von Kriegsschäden war er sehr lange krank und von der Krankenkasse ausgesteuert, da bleibt nur Geld für das Nötigste. Deshalb sehe ich es auch gar nicht als tragisch an, wenn Leute mit geringem Einkommen nicht jeden Tag Fleisch essen können, weil die Preise höher sind. Es ist sowieso eine Schande, wie mit den Tieren von der Geburt bis zum Schlachter umgegangen wird, nur dass der Preis nieder gehalten wird!
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#3
(20.05.2020, 20:17)Klartexter schrieb: In meiner Kindheit und Jugend gab es allenfalls mal am Sonntag Fleisch zu essen, der berühmte Sonntagsbraten. Auch Wurstbrote gab es eher selten, aber wir sind trotzdem nicht verhungert. Damals war Fleisch und Wurst auch nicht billig, aber qualitativ weit hochwertiger wie heute. Meine Eltern waren auch nicht begütert, .....

Sie sprechen mir "aus der Seele."

Wurstbrote gab ´s fascht  gar keine!

Originalton vom Hof hoch zum Küchenfenster meiner Mutter: "Mama bitte schmeiss mir ein Butterbrot runter."
Mama: "komm rauf, bekommst ein Stück Brot."

Wir essen auch heute höchstens 1 x - Woche Fleisch vom selbst schlachtenden Metzger.
In Augsburg war ´s vom Kranzfelder aus der Markthalle, prima Qualität und Service. (Schleichwerbung - Innocent )
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#4
Also ich finde die Umfrage total blöd, weil wo geht eigentlich Billigfleisch los? 500 Gramm Schweinehackfleisch unter 3,99 oder unter 2,99? Schweinefilet unter 8,49 pro Kilo? Also ich wüsste das nicht. Und dann kann man ja eigentlich so eine Frage gar nicht beantworten, also ob man für Werbung für Billigfleisch ist

Und wie ist es dann mit runtergesetztem Gulasch, weil es nur noch einen Tag hält? Oder geht das vielleicht nach Tieren, also Schweinefleisch und Pute = Billigfleisch, Rindfleisch, Kalb und Wild und Ente und Gans = Teuerfleisch, weil es teurer ist? Und müssen die dann nur den Preis weglassen und dürfen das Bild aber zeigen? Und da steht dann eben nur noch "Gutes NORMA-Gulasch", so wie Gutes-KiTa-Gesetz? Nanu Aber dann kriegen sie doch wieder Abmahnungen wenn was nicht ausgepreist ist, oder?
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#5
(20.05.2020, 20:17)Klartexter schrieb: In meiner Kindheit und Jugend gab es allenfalls mal am Sonntag Fleisch zu essen, der berühmte Sonntagsbraten. Auch Wurstbrote gab es eher selten, aber wir sind trotzdem nicht verhungert. Damals war Fleisch und Wurst auch nicht billig, aber qualitativ weit hochwertiger wie heute. Meine Eltern waren auch nicht begütert, mein Vater war Alleinverdiener für eine sechsköpfige Familie. In den 50er Jahren infolge von Kriegsschäden war er sehr lange krank und von der Krankenkasse ausgesteuert, da bleibt nur Geld für das Nötigste. Deshalb sehe ich es auch gar nicht als tragisch an, wenn Leute mit geringem Einkommen nicht jeden Tag Fleisch essen können, weil die Preise höher sind. Es ist sowieso eine Schande, wie mit den Tieren von der Geburt bis zum Schlachter umgegangen wird, nur dass der Preis nieder gehalten wird!

Na ja, Klartexter, die Umstände nach dem Krieg kann man aber schlecht mit heute vergleichen. Hätte Hitler und seine Gefolgsleute nicht ganz Europa zerstört, hätte es auch in den 1940er und 1950er Jahren schon öfter Fleisch gegeben. Dass es den Tieren so schlecht geht, verdanken wir nicht zuletzt dem Wettbewerb innerhalb der EU.... 

Martin
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#6
(21.05.2020, 10:34)Martin schrieb: Na ja, Klartexter, die Umstände nach dem Krieg kann man aber schlecht mit heute vergleichen. Hätte Hitler und seine Gefolgsleute nicht ganz Europa zerstört, hätte es auch in den 1940er und 1950er Jahren schon öfter Fleisch gegeben. Dass es den Tieren so schlecht geht, verdanken wir nicht zuletzt dem Wettbewerb innerhalb der EU.... 

Martin

Vielleicht würde es dann aber gar kein Fleisch mehr zum essen geben wenn es friedlich mit den Nazis weitergegangen wäre? Weil Hitler war ja Vegetarier und sehr tierlieb mit seinen Hunden und der Naturschutz stand ja auch ganz oben damals, vielleicht weil das ja auch Heimatschutz ist.

Wir essen jedenfalls seit Aschermittwoch auch vegetarisch und ich bin immer noch am entdecken von neuen leckeren Rezepten Happy
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#7
(21.05.2020, 10:34)Martin schrieb: Na ja, Klartexter, die Umstände nach dem Krieg kann man aber schlecht mit heute vergleichen. Hätte Hitler und seine Gefolgsleute nicht ganz Europa zerstört, hätte es auch in den 1940er und 1950er Jahren schon öfter Fleisch gegeben. Dass es den Tieren so schlecht geht, verdanken wir nicht zuletzt dem Wettbewerb innerhalb der EU.... 

Martin
Das liegt m. E. eher an unserer Wirtschaftsform, denn der Wettbewerb begann schon weit vor der EU.
Mein Vater hatte zwei Lebensmittelgeschäfte und durfte erleben was sich unter den Großkonzernen getan hat.
er fuhr teilweise mit Anhänger zur Konkurrenz zum Einkaufen für den eigenen Laden, weil die teilweise für den Endverbraucher billiger anboten wie er selbst beim beim Großhandel sich versorgen konnte.
Damals gab es noch BMA und viele kleine private Läden bis Aldi anfing die Produzenten zu drücken und Edeka mit REWE waren da dann auch ganz schnell dabei.
Zuerst wurden die kleinen mit Dumpingpreisen erdrückt und jetzt gibt es eh nur noch drei große, der Rest subsummiert sich unter denen.
Damit haben sie fast die ganz Macht über die Hersteller, denn die finden ja auch kaum mehr Abnehmer außerhalb dieser drei.
Jedem wird vorgeschrieben wieviel Werbung er schalten muss und ist der Mengendurchlauf pro Warenplatz zu wenig fliegt er raus.

Für mich liegt der eigentliche Grund dieser Zustände bei den Handelskonzernen.

Ich denke auch Klartexter wird ein Lied davon singen können, denn kaum entwickeln kleinere kreative Produkte und führen etwas neues ein kommt sofort der Konzern und drückt weit billiger auf den Markt, da er auf Grund der schieren Größe ganz andere Einkaufspreise rauspressen kann.
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#8
(21.05.2020, 11:02)messalina schrieb: Vielleicht würde es dann aber gar kein Fleisch mehr zum essen geben wenn es friedlich mit den Nazis weitergegangen wäre? Weil Hitler war ja Vegetarier und sehr tierlieb mit seinen Hunden und der Naturschutz stand ja auch ganz oben damals, vielleicht weil das ja auch Heimatschutz ist.

Wir essen jedenfalls seit Aschermittwoch auch vegetarisch und ich bin immer noch am entdecken von neuen leckeren Rezepten Happy

Ich dachte eigentlich weniger an „friedliche Nazis“ sondern an den Fortbestand der Weimarer Republik...

Martin
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#9
(21.05.2020, 11:04)Kreti u. Plethi schrieb: Das liegt m. E. eher an unserer Wirtschaftsform, denn der Wettbewerb begann schon weit vor der EU.
Mein Vater hatte zwei Lebensmittelgeschäfte und durfte erleben was sich unter den Großkonzernen getan hat.
er fuhr teilweise mit Anhänger zur Konkurrenz zum Einkaufen für den eigenen Laden, weil die teilweise für den Endverbraucher billiger anboten wie er selbst beim beim Großhandel sich versorgen konnte.
Damals gab es noch BMA und viele kleine private Läden bis Aldi anfing die Produzenten zu drücken und Edeka mit REWE waren da dann auch ganz schnell dabei.
Zuerst wurden die kleinen mit Dumpingpreisen erdrückt und jetzt gibt es eh nur noch drei große, der Rest subsummiert sich unter denen.
Damit haben sie fast die ganz Macht über die Hersteller, denn die finden ja auch kaum mehr Abnehmer außerhalb dieser drei.
Jedem wird vorgeschrieben wieviel Werbung er schalten muss und ist der Mengendurchlauf pro Warenplatz zu wenig fliegt er raus.

Für mich liegt der eigentliche Grund dieser Zustände bei den Handelskonzernen.

Ich denke auch Klartexter wird ein Lied davon singen können, denn kaum entwickeln kleinere kreative Produkte und führen etwas neues ein kommt sofort der Konzern und drückt weit billiger auf den Markt, da er auf Grund der schieren Größe ganz andere Einkaufspreise rauspressen kann.

Deshalb haben sich Einkaufsgenossenschaften gebildet, z. B. im Bereich Elektronik funktioniert das ganz gut. Warum das beim Lebensmittelhandel nicht funktioniert, kann ich nicht beurteilen. Es gibt aber nach wie vor Nischen: Z. B. in besonders ländlichen Gebieten gibt es Kleinbusse, die einmal die Woche vorbeikommen und ihre Ware anbieten (reduziertes Supermarkt-Sortiment). Natürlich deutlich teurer als im Supermarkt, aber die Leute müssen nicht erst zig Kilometer zum nächsten Markt fahren. Insbesondere Ältere nehmen das gerne an. Natürlich fing das schon vor der EU an, aber die EU hat das in ungeheurem Maße verschärft. Weil jetzt nicht nur mehr die Einkaufspreise dem Wettbewerb ausgesetzt sind, sondern auch die Sozial- und Steuersysteme. Das Regulativ des Zolls, das dafür gedacht ist solche Missstände zu justieren, ist aber weggefallen.

Martin
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#10
(21.05.2020, 10:34)Martin schrieb: Na ja, Klartexter, die Umstände nach dem Krieg kann man aber schlecht mit heute vergleichen. Hätte Hitler und seine Gefolgsleute nicht ganz Europa zerstört, hätte es auch in den 1940er und 1950er Jahren schon öfter Fleisch gegeben. Dass es den Tieren so schlecht geht, verdanken wir nicht zuletzt dem Wettbewerb innerhalb der EU.... 

Martin

Schon vergessen ---
da war doch schon in den späten 20-ern mit der Weltwirschaftskrise kein Fleisch mehr auf den Tischen?
1 kg Kartoffel für mehrere Milliarden zu haben.
Der Eintopf wurde zum Festessen und der Sonntagsbraten hat seinen Namen auch nicht von Ungefähr.
Wenn, dann gab´s diesen nicht bei einer Arbeiterfamilie.

Der "Gelberübleskuchen" feierte Einstand und
die Fresslust begann dann wohl in den 50-ern. - "Wienerwald" DER Renner.

Dass es den Tieren so schlecht geht, dafür kann die EU sehr wenig.
Verantwortlich sind d´Leut, die dem billigen Zeug nachhecheln, nicht verzichten können.

[Video:
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