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Die autofreie Stadt
#1
Zitat:"Hör zu", sagt der Bürgermeister und öffnet die Fenster seines Büros. Von der Straße unten erhebt sich der Klang menschlicher Stimmen. "Bevor ich Bürgermeister wurde, fuhren jeden Tag 14.000 Autos auf dieser Straße vorbei. An einem Tag fuhren mehr Autos durch die Stadt, als hier leben."

Miguel Anxo Fernández Lores ist seit 1999 Bürgermeister der galicischen Stadt. Seine Philosophie ist einfach: Der Besitz eines Autos gibt Ihnen nicht das Recht, den öffentlichen Raum zu nutzen.

"Wie kann es sein, dass ältere Menschen oder Kinder die Straße wegen des Autos nicht benutzen können", fragt César Mosquera, der Leiter der Infrastrukturen der Stadt. "Wie kann es sein, dass Privateigentum - das Auto - den öffentlichen Raum einnimmt?"

Lores wurde nach 12 Jahren im Widerstand Bürgermeister und hatte innerhalb eines Monats alle 300.000 Quadratmeter des mittelalterlichen Zentrums zu Fuß zurückgelegt und die Straßen mit Granitplatten versehen.

"Das historische Zentrum war tot", sagt er. "Es gab viele Drogen, es war voller Autos - es war eine Randzone. Es war eine Stadt im Niedergang, verschmutzt, und es gab viele Verkehrsunfälle. Es war stagnierend. Die meisten Menschen, die die Chance hatten zu gehen, taten dies. Zuerst dachten wir an eine Verbesserung der Verkehrsbedingungen, konnten aber keinen praktikablen Plan entwickeln. Stattdessen beschlossen wir, den öffentlichen Raum für die Bewohner zurückzuerobern und dafür beschlossen wir, die Autos loszuwerden."

Sie stoppten Autos, die die Stadt durchquerten, und befreiten sich von Straßenparkplätzen, da die Menschen, die nach einem Parkplatz suchen, die meisten Staus verursachen. Sie schlossen alle Tiefgaragen im Stadtzentrum und öffneten Tiefgaragen und andere am Stadtrand mit 1.686 freien Plätzen. Sie befreiten sich von Ampeln zugunsten von Kreisverkehren, erweiterten die autofreie Zone von der Altstadt auf den Bereich des 18. Jahrhunderts und nutzten die Verkehrsberuhigung in den Außenzonen, um die Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h zu senken.

Die Vorteile sind vielfältig. Auf den gleichen Straßen, auf denen von 1996 bis 2006 30 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, starben in den folgenden 10 Jahren nur drei und seit 2009 keine mehr. Die CO2-Emissionen sind um 70% gesunken, fast drei Viertel der Autofahrten werden heute zu Fuß oder mit dem Fahrrad durchgeführt, und während andere Städte der Region schrumpfen, hat das Zentrum von Pontevedra 12.000 neue Einwohner gewonnen. Auch die Einbehaltung der Baugenehmigung für große Einkaufszentren hat dazu geführt, dass kleine Unternehmen - die anderswo die anhaltende Wirtschaftskrise in Spanien nicht überstehen konnten - es geschafft haben, sich über Wasser zu halten.

'For me, this is paradise': life in the Spanish city that banned cars

Ich habe mal einen großen Teil des Artikels übersetzt. Pontevedra hat 82.671 Einwohner (Stand 1. Januar 2017) und ist Provinzhauptstadt. Also keine Kleinstadt, trotzdem funktioniert das urbane Leben dort auch ohne Auto. Parken ist maximal 15 Minuten erlaubt, Parkzeitüberschreitungen kosten 200 Euro!




Das mal zum Thema Dieselfahrverbote und Feinstaubbelastung. Man könnte sehr viel ändern, aber dazu braucht es mutige Politiker und die sind in Deutschland schwer zu finden!
In der heutigen Gesellschaft vergisst der Mensch das Wichtigste – die Menschlichkeit.

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#2
Meine Rede:

»Das Auto macht uns total verrückt«

Wir haben das Auto vor 7 Jahren abgeschafft.
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#3
(13.10.2018, 21:15)Klartexter schrieb: 'For me, this is paradise': life in the Spanish city that banned cars

Ich habe mal einen großen Teil des Artikels übersetzt. Pontevedra hat 82.671 Einwohner (Stand 1. Januar 2017) und ist Provinzhauptstadt. Also keine Kleinstadt, trotzdem funktioniert das urbane Leben dort auch ohne Auto. Parken ist maximal 15 Minuten erlaubt, Parkzeitüberschreitungen kosten 200 Euro!




Das mal zum Thema Dieselfahrverbote und Feinstaubbelastung. Man könnte sehr viel ändern, aber dazu braucht es mutige Politiker und die sind in Deutschland schwer zu finden!

Es gibt diese Politiker: Eigentlich müssten Sie nun wissen, wen Sie heute zu wählen haben. Wenn Ihnen das Thema wirklich wichtig ist.
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#4
(14.10.2018, 07:20)leopold schrieb: Es gibt diese Politiker: Eigentlich müssten Sie nun wissen, wen Sie heute zu wählen haben. Wenn Ihnen das Thema wirklich wichtig ist.

Die Grünen scheinen wirklich eine Surrogat-Glaubensgemeinschaft zu sein Angel
In des Daseins stillen Glanz / Platzt der Mensch mit Ententanz (Wiglaf Droste)



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#5
(14.10.2018, 07:50)Serge schrieb: Die Grünen scheinen wirklich eine Surrogat-Glaubensgemeinschaft zu sein Angel

Kann ich was dafür, dass Sie nur noch an die angebliche Umvolkung denken können?
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#6
(14.10.2018, 07:59)leopold schrieb: Kann ich was dafür, dass Sie nur noch an die angebliche Umvolkung denken können?

Grüner Populist, einfallsloser.
Der Bürgermeister gehört übrigens dem Galizischen Nationalistischen Block an (BNG) an, einer linken nationalistischen Partei, die die kulturelle und regionale Autonomie anstrebt.
Das zeigt, wie auch die von LiL genannten Beispiele, dass das auch andere können, nicht nur die Grünen, und das höchstwahrscheinlich mit deutlich weniger ideologischer Penetranz.
In des Daseins stillen Glanz / Platzt der Mensch mit Ententanz (Wiglaf Droste)



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#7
(14.10.2018, 07:20)leopold schrieb: Es gibt diese Politiker: Eigentlich müssten Sie nun wissen, wen Sie heute zu wählen haben. Wenn Ihnen das Thema wirklich wichtig ist.

Das sehen die Menschen die bei BMW und Audi arbeiten bzw. direkt von den Autobauern abhängig sind auch so. Innocent
Vegetarier essen keine Tiere, aber sie fressen ihnen das Futter weg.
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#8
(13.10.2018, 21:15)Klartexter schrieb: 'For me, this is paradise': life in the Spanish city that banned cars

Ich habe mal einen großen Teil des Artikels übersetzt. Pontevedra hat 82.671 Einwohner (Stand 1. Januar 2017) und ist Provinzhauptstadt. Also keine Kleinstadt, trotzdem funktioniert das urbane Leben dort auch ohne Auto. Parken ist maximal 15 Minuten erlaubt, Parkzeitüberschreitungen kosten 200 Euro!

..

Warum in die Ferne schweifen:
Auch in D. gibt es einige autofreie Orte, Helgoland, Wangerooge, Herreninsel   Clown   usw.

Serfaus / Tirol= autofrei, dort gibt es die höchst gelegene U-Bahn der Welt.
Vom Parkplatz am Ortsrand geht es unterirdisch mit mehreren Haltestellen zur Seilbahn.

In Saalbach, Hinterglemm und Ischgl sind die Zentren autofrei.

Die Schweiz ist führend in autofreien Orten. Zermatt, Wengen, Mürren, Saas-Fee und etliche mehr.


Angel
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#9
(14.10.2018, 07:20)leopold schrieb: Es gibt diese Politiker: Eigentlich müssten Sie nun wissen, wen Sie heute zu wählen haben. Wenn Ihnen das Thema wirklich wichtig ist.

Heute wird nur der Landtag gewählt, leopold. Und da sehe ich keinen einzigen Kandidaten noch eine einzige Partei, welche ein in sich schlüssiges Konzept für bessere Qualität des Stadtlebens hätte. Die Grünen  wollen zwar den ÖPNV fördern, aber Maßnahmen wie in Pontevedra traut sich da niemand vorzuschlagen. Schauen Sie sich doch nur mal die Kommentare zur Planung der Linie 5 an, da geht es fast ausschließlich um Belange des Autoverkehrs in der Ackermannstraße. Erinnern Sie sich, wie auch hier im Forum die Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem MIV heiß diskutiert wurde. Was glauben Sie, würde passieren, wenn heute jemand auf die Idee käme, die Innenstadt komplett autofrei umzubauen? Der oder die würden einen Shitstorm ohnegleichen erleben. Oft auch von Leuten, die in ihrem Wohnort keinen Durchgangsverkehr wollen und Umgehungsstraßen fordern, dann aber erklären, dass wer in der Stadt wohnt, den Verkehr hinzunehmen habe!

Sie dürfen mir glauben, dass mir das Thema wichtig ist. Aber ich sehe in der Politik keine durchdachten Konzepte, man doktert lieber an Provisorien herum. Der ÖPNV soll teilweise kostenlos oder stark verbilligt werden, aber gegenwärtig werden die Preise wieder erhöht. Warum baut man nicht an der Stadtgrenze große Parkhäuser, in denen die Autos abgestellt werden? Die Stadt könnte selbst als Betreiber auftreten und Teile der Einnahmen dem ÖPNV zukommen lassen. Auch wenn andere Betreiber die Parkhäuser führen, könnte man den Parkschein gleichzeitig als Fahrschein für den ÖPNV nutzen. Die Betreiber müssten dann eben einen bestimmten Teil der Parkgebühr an die Stadt bzw. den Verkehrsträger als Zuschuss zum ÖPNV abtreten.

Die Lebensqualität in der Stadt würde spürbar besser, die täglichen Staus und der Parkplatzsuchverkehr würden Geschichte. Natürlich müssten solche Maßnahmen auch mit entsprechenden Strafen bei Nichtbeachtung der Vorgaben einher gehen. 10 Euro Verwarnungsgeld bei Falschparkern schrecken niemand, 200 Euro und die Abschleppkosten sind da schon ein anderes Kaliber. Ein gut ausgebauter und vernetzter ÖPNV macht das Umsteigen wesentlich leichter. Und Augsburg lässt sich gut zu Fuß begehen, ich habe erst kürzlich vom Prinz-Karl-Palais in der Schertlinstaße eine Begehung über Hochfeldstraße, Bäckergasse, Lechviertel, Barfüßerstraße, Rathausplatz und Königsplatz samt Erledigungen in 40 Minuten absolviert.
In der heutigen Gesellschaft vergisst der Mensch das Wichtigste – die Menschlichkeit.

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#10
(14.10.2018, 09:19)messalina schrieb: In Wien kann man seit einem halben Jahr jetzt mit dem E-Scooter durch die Fußgängerzone Maria-Hilf-Straße flitzen *neidischkuck*. Ich glaube bis das bei uns mal kommt müssen wir noch 10 Jahre warten, und dann bestimmt nur mit Helm und Nummernschild und Blinker und mit 6 km/h.

E-Scooter in Wien

Bis die ersten Unfälle passieren, dann würde sicherlich wieder verboten werden, wie auch das Radfahren in Fußgängerzonen.
Zumindest bei uns, das kennt man ja nicht anders.
Die Masse leidet unter ein paar wenigen die es nicht begreifen wollen.
Die Pflicht ruft!
Sag ihr ich ruf' zurück.







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