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Literaturvorschläge
#11
Das ist jetzt weniger ein Literaturvorschlag als eine Empfehlung, das Buch nicht zu kaufen.

Kay Hooper, Blutfesseln

Solide gemacht, handwerklich, bis auf die Rechtschreibfehler im Satz, die seit der Insolvenz von Weltbild überhand nehmen. Will sagen: das Taschenbuch als solches ist gute Arbeit, aber der Setzer hat geschlampt, der Inhalt ist also keine gute Arbeit. Die Übersetzung ist auch eher mäßig. Ich bin öfters auf Stellen gestoßen, an denen ich dachte, ja, ich weiß was du meinst, aber so kann man das doch unmöglich ins Deutsche übertragen!

Die Autorin versucht da anscheinend, ein Ermittlerteam mit übersinnlichen Fähigkeiten als "Universum" zu etablieren, und zwar schon länger. Es gibt jede Menge Fußnoten, die auf andere Bücher mit diesem Team verweisen. Das wirkt, wie wenn man einen "John Sinclair"-Heftchenroman aus dem Bastei-Verlag liest. Oder für Freunde der Kriminal-"Literatur", einen Jeremias Baumwolle, aka "Jerry Cotton".

Die "übersinnlichen" Fähigkeiten der Ermittler wirken gekünstelt, werden eingesetzt wie der deus ex machina und sind überdies geklaut aus den "Nightmare"-Filmen ("Träume", durch die man in eine andere, imaginäre Welt gelangt, aber immer mit Folgen, die dann Auswirkungen im realen Leben des Träumers haben).

Ich bin nicht mal bis ans Ende durchgekommen. Zwei Drittel etwa habe ich mit Mühe geschafft, dann wurde es mir zu vorhersehbar und zu platt.

Das kann ich also leider nicht empfehlen.

0 Punkte, auf jeder wie auch immer gearteten Skala.
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#12
Von mir unter " Neuheiten " verschoben!
Μολών λαβέ!
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#13
Das ist mir kürzlich mal wieder in die Hände gekommen. Kennt das jemand? Lol


Die roten Strolche
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#14
Michaela Haas:  „Crazy America: Eine Liebeserklärung an ein durchgeknalltes Land“
Empfehlenswert jedem, der seine Vorbehalte bestätigt sehen möchte.
Aber auch Sie und Sie werden bestens unterhalten bei diesem meist witzigen Streifzug durch die unvereinigten Staaten von Amerika.

M. H. lebt seit 10 Jahren in den USA und schreibt in humorvollem Plauderton über das Land in das sie sich verliebt hat.

Sie schreibt regelmäßig im SZ-Magazin = „WildWildWest, Amerika“  http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/...1/9/l/217/

Als Einstieg zu „Trumpel“ rate ich zu http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/...nald-Trump
Adler fangen keine Fliegen!
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#15
Zitat:Günter Scheidler
Robby van Haaken
WEISSER HASE
Die Geschichte eines Heimkinds
Kinderheim, Kinderpsychiatrie, Missbrauch, Gewalt und
Trauma, medizinische Experimente und eine verweigerte
Schulbildung.
1. Auflage 2017

Herausgeber: Robby van Haaken Berlin
Verantwortlich für den Inhalt:
Günter Scheidler

Zitat:Günter Scheidler wurde 1957 geboren. Er hat seine Kindheit in
Kinderheimen und der staatlichen Kinderpsychiatrie verbracht.
Als ungewolltes Kind hat es gereicht, daß er aufgrund von
aggressiven Stimmungen als „debil“ in eine Kinderpsychiatrie
abgeschoben wurde.

In diesem Buch erzähle ich seine Geschichte, die er mir in
vielen langen Gesprächen anvertraut hat. Alle im Buch
geschilderten Fakten beruhen auf seinen persönlichen
Erlebnissen und viele der Gegebenheiten und Anekdoten sind
durch Zeitzeugen bestätigt. Nach über 50 Jahren, in denen er
über seine Kindheit geschwiegen hat, aus Scham, aus
Verdrängung und mit der Angst, ihm würde eh niemand
Glauben schenken, war es ihm ein tiefes Anliegen, diese
Geschichte öffentlich zu machen. Nicht aus Rache oder
Geltungsbedürfnis, nicht um damit spätes Mitleid zu erregen.
Sein Schicksal ist nur eines von vielen und es gibt viele, die
weniger Glück hatten als Günter Scheidler. Für sie erzählt er
seine Geschichte.

Ich zolle Günter für seinen Mut und seine Kraft meinen
höchsten Respekt.

Robby van Haaken

Ein lesenswertes Buch, das die Zustände in deutschen Kinderheimen und Kinderpsychiatrien noch in den 1960er Jahren drastisch vor Augen führt. Verweigerung einer Schulbildung, Verleih von Kindern an Unternehmer zum Zweck der Schwarzarbeit, sexueller Missbauch, medizinische Versuche und Schläge bis zur Bewusstlosigkeit und ganz alltäglicher Psychoterror waren offenbar an der Tagesordnung. Geschildert wird auch ein tödlicher "Unfall" eines Kindes mit spastischer Lähmung in der Badewanne.

Der Weg zur Buchhandlung ist in diesem Fall nicht nötig, denn auf der Seite von Günter Scheidler kann man sich den Text kostenlos als PDF herunterladen.

Den Achstaller Erhard aus dem AZ-Forum hätte das bestimmt interessiert. Vielleicht auch deshalb, weil es wohl woanders noch um einiges schlimmer zuging als in "seinem" Kinderheim damals.

Die Sache mit den Medikamentenversuchen in der Jugendpsychiatrie wird auch in dieser NDR-Doku beleuchtet:

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#16
Das Dokument des Grauens

Zitat:Das Dokument des Grauens stellt den Versuch dar, aus Lust und Spaß an der Freude eine umfangreiche Chronik des Horrorfilms auf die Beine zu stellen. Der Auslöser für den Start dieses Projektes war, dass ich  im Jahr 1998 eigentlich ein Buch suchte, welches sich mit genau diesem Thema ausgiebig befasst und gleichzeitig eine Enzyklopädie darstellt, Kritiken bedeutender Filme beinhaltet und Hintergründe vermittelt. 

Quelle: dasgrauen.ch

Man kann sich dort drei umfangreiche, säuberlich getextete und bebilderte und gut recherchierte Bücher über die Anfänge des Horrorfilms als PDF-Dateien herunterladen. Äußerst lesenswert, wenn man sich für das Thema interessiert, denn etwas Vergleichbares habe ich noch nie gesehen. Das geht dermaßen in die Tiefe, tiefer geht's kaum. 

Die einzige Einschränkung ist, dass "die Anfänge" in diesem Fall wirklich die Anfänge des Horrorfilms sind. Die drei Bände decken die Jahre von 1896 bis 1931 ab. Sehr vieles ist verschollen, was auch mit Thomas Alva Edison zu tun hat (wie genau, wird im ersten Band erläutert), Tonfilm kommt am Anfang nicht und später selten vor und das besprochene Material ist natürlich schwarzweiß. 

Aber wenn einen das Thema interessiert, ist das eine sehr gute Lektüre, die einige Abende füllen dürfte. Gerade weil diese Filme zum großen Teil inzwischen keinen Urheberrechten mehr unterliegen. Soweit es sie noch gibt, findet man sie deshalb häufig im Internet und kann sie auch bedenkenlos ansehen und herunterladen. So wie diese erste, knapp 13-minütige Verfilmung von "Frankenstein", produziert von Edison (die Filme waren kurz damals, es gab auch Spielfilme mit fünf oder sechs Minuten Länge):



Da rührt Frankenstein übrigens ein mysteriöses Gebräu an, aus dem das Monster entsteht. Aus dem Roman ist das nicht, denn im Roman* steht so gut wie nichts darüber, wie Frankenstein eigentlich das Monster zum Leben erweckt. Ich meine, es gewittert gerade, als er das tut, aber ein ausdrücklicher Zusammenhang wird nach meiner Erinnerung nicht hergestellt. Von der Elektrizität in dem späteren "Frankenstein" von 1931 mit Boris Karloff ist jedenfalls nichts zu sehen in der 1910er Version. Und der Autor deutet das so, dass Edison ja nicht nur in Filmen, sondern auch in Stromversorgung und Glühbirnen machte, und dass es deshalb in dem Film kein Strom sein durfte, mit dem Frankenstein ein Monster erschafft.
_______
* Mary Wollstonecraft Shelleys "Frankenstein" muss man übrigens nicht gelesen haben. Ich hab's mal gemacht, aber das Buch ist todlangweilig. Erinnert vom Stil her ein wenig an Theodor Fontane. Weitschweifig und irgendwie nicht ganz wach.
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