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Die Unterwerfung
#11
(07.11.2016, 18:22)Klartexter schrieb: Eben wegen dieser Äußerlichkeiten haben beide Kirchenvertreter darauf verzichtet, aber Ihnen und dem SPON-Schreiberling scheinen solche Äußerlichkeiten ja enorm wichtig zu sein! Tongue

Es ist schon ein wenig "mehr" als nur Äußerlichkeiten. Das ist aber in gewissen Kreisen schwer vermittelbar.
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#12
(08.11.2016, 07:11)_solon_ schrieb: Es ist schon ein wenig "mehr" als nur Äußerlichkeiten. Das ist aber in gewissen Kreisen schwer vermittelbar.

Sehe ich durchaus auch so. Es kommt auf die Einstellung des Einzelnen an, nicht auf Äußerlichkeiten.
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#13
(07.11.2016, 18:44)Martin schrieb: Richtig, Klartexter, äußerlich nur eine Marginalie, aber ein umso größeres Signal in Sachen Toleranz, die man von anderen sonst immer so vehement einfordert.

Martin

Das sehe ich auch so.

Übrigens haben sich die obersten deutschen Kirchenvertreter da wahrscheinlich über den sogenannten Tisch ziehen lassen. Vor dem Besuch sollte man Bedingungen aushandeln bzw. sagen was nicht verhandelbar ist. Darunter hätte auch gehören müssen, dass man das Kreuz nicht ablegt. Oft genug hat sicherlich ein Bischof eine Moschee besucht und das Kreuz nicht abgelegt. Sehr sehr schwach fand ich, dass  zu diesem Treffen nicht den Rabbiner von ... teilgenommen hat. Auch das hätte man bei den Verhandlungen die vorher stattfinden, von den Deutschen Kirchenvertreter verlangen könnnen. Es wäre ein Zeichen der Toleranz und Versöhnung unter einander gewesen.
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#14
(08.11.2016, 07:25)TomTinte schrieb: Das sehe ich auch so.

Übrigens haben sich die obersten deutschen Kirchenvertreter da wahrscheinlich über den sogenannten Tisch ziehen lassen. Vor dem Besuch sollte man Bedingungen aushandeln bzw. sagen was nicht verhandelbar ist. Darunter hätte auch gehören müssen, dass man das Kreuz nicht ablegt. Oft genug hat sicherlich ein Bischof eine Moschee besucht und das Kreuz nicht abgelegt. Sehr sehr schwach fand ich, dass  zu diesem Treffen nicht den Rabbiner von ... teilgenommen hat. Auch das hätte man bei den Verhandlungen die vorher stattfinden, von den Deutschen Kirchenvertreter verlangen könnnen. Es wäre ein Zeichen der Toleranz und Versöhnung unter einander gewesen.

Ich weiß nicht, ob Ihnen bekannt ist, welche Rolle der Felsendom in Jerusalem für Muslime spielt. Er ist eines der islamischen Hauptheiligtümer, ähnlich wie der Petersdom in Rom. Vor dem Besuch wurde sehr wohl miteinander gesprochen, dort hat man von Seiten des Hausherrn darum gebeten (nicht gefordert!), auf das Tragen eines religiösen Symbols während des Besuchs des Felsendoms zu verzichten. Die beiden Kirchenvertreter haben dadurch ein Zeichen der Toleranz gegeben, denn ihnen lag nichts an einer Provokation der Muslime.
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#15
(08.11.2016, 07:25)TomTinte schrieb: Das sehe ich auch so.

Übrigens haben sich die obersten deutschen Kirchenvertreter da wahrscheinlich über den sogenannten Tisch ziehen lassen. Vor dem Besuch sollte man Bedingungen aushandeln bzw. sagen was nicht verhandelbar ist. Darunter hätte auch gehören müssen, dass man das Kreuz nicht ablegt. Oft genug hat sicherlich ein Bischof eine Moschee besucht und das Kreuz nicht abgelegt. Sehr sehr schwach fand ich, dass  zu diesem Treffen nicht den Rabbiner von ... teilgenommen hat. Auch das hätte man bei den Verhandlungen die vorher stattfinden, von den Deutschen Kirchenvertreter verlangen könnnen. Es wäre ein Zeichen der Toleranz und Versöhnung unter einander gewesen.

Es ist kein Verbrechen, nicht mal ein Vergehen, wenn man mit religiösen Symbolen ein religiöses Haus einer anderen Religion betritt.
Man kann die Symbole ablegen - muß es aber nicht. Und der gegenüber wird beide Aktionen verstehen.
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#16
(08.11.2016, 07:25)TomTinte schrieb: Übrigens haben sich die obersten deutschen Kirchenvertreter da wahrscheinlich über den sogenannten Tisch ziehen lassen. Vor dem Besuch sollte man Bedingungen aushandeln bzw. sagen was nicht verhandelbar ist. Darunter hätte auch gehören müssen, dass man das Kreuz nicht ablegt. Oft genug hat sicherlich ein Bischof eine Moschee besucht und das Kreuz nicht abgelegt. Sehr sehr schwach fand ich, dass  zu diesem Treffen nicht den Rabbiner von ... teilgenommen hat. Auch das hätte man bei den Verhandlungen die vorher stattfinden, von den Deutschen Kirchenvertreter verlangen könnnen. Es wäre ein Zeichen der Toleranz und Versöhnung unter einander gewesen.

Das Thema ist weitaus verzwickter. Der Tempelberg ist zwar israelisches Staatsgebiet, steht aber unter jordanischer Verwaltung. Resultiert aus einer Vereinbarung nach dem Sechs-Tage-Krieg. Es wird selbst Israelis empfohlen, die Kippa dort abzulegen, um keine Übergriffe von Muslimen zu provozieren. Muslime fühlen sich von anderen Religionen stets provoziert. Der Felsendom hat, anders als man aufgrund des Namens vielleicht annehmen würde, nicht den Status einer Moschee, er ist lediglich ein Schrein. Der Zugang ist übrigens nur für Muslime kostenlos und uneingeschränkt möglich. Das weitaus wichtigere "Heiligtum" der Friedensreligion ist die benachbarte Al-Aqsa-Moschee. Die Auszeichnung als "Heiligtum" dient vor allem dafür, um territoriale Ansprüche auf den Tempelberg geltend zu machen. Die Anwesenheit eines Rabbi ist aus zwei Gründen nicht möglich. Zum einen gilt der Berg im Judentum als heilig und ein Rabbi würde ihn deswegen nicht betreten wollen, zum anderen würde die Anwesenheit eines Rabbi von den Muslimen ebenfalls als Provokation empfunden und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Ausschreitungen führen. 

Martin
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#17
(08.11.2016, 08:43)Martin schrieb: Muslime fühlen sich von anderen Religionen stets provoziert.

Wovon sie sich aber noch mehr provoziert fühlen, sind Atheisten. Devil
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#18
(08.11.2016, 08:45)PuK schrieb: Wovon sie sich aber noch mehr provoziert fühlen, sind Atheisten. Devil

Völlig zu Recht.

Bei 650 habe ich aufgehört zu zählen, aber wenigstens so oft wird der "Ungläubige" im Koran erwähnt, dagegen sind die Tiraden gegen andere Religionen an zwei Händen abzuzählen.

Es war also schon dem Autor des Koran bewußt, dass religiös beeinträchtigte Leute trotz aller "Andersgläubigkeit" die Existenz eines mit totalem Anspruch auf Gefolgschaft auftretenden "Gott" anerkennen.

Diese Anerkennung bleibt von Ungläubigen naturgemäß aus, es fehlt also jede gemeinsame Basis, "Unterwerfung" bleibt religiöses Kerngeschäft.
Atheismus ist sowas wie die "Lehre des aufrechten Gangs".
Dagegen müssen Schlangen und Submissionsfreudige eine Aversion entwickeln. Isso.
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#19
(08.11.2016, 10:08)bbuchsky schrieb: Völlig zu Recht.

Bei 650 habe ich aufgehört zu zählen, aber wenigstens so oft wird der "Ungläubige" im Koran erwähnt, dagegen sind die Tiraden gegen andere Religionen an zwei Händen abzuzählen.

Es war also schon dem Autor des Koran bewußt, dass religiös beeinträchtigte Leute trotz aller "Andersgläubigkeit" die Existenz eines mit totalem Anspruch auf Gefolgschaft auftretenden "Gott" anerkennen.

Diese Anerkennung bleibt von Ungläubigen naturgemäß aus, es fehlt also jede gemeinsame Basis, "Unterwerfung" bleibt religiöses Kerngeschäft.
Atheismus ist sowas wie die "Lehre des aufrechten Gangs".
Dagegen müssen Schlangen und Submissionsfreudige eine Aversion entwickeln. Isso.
Eine ganz kleine Korrektur mußt Du Dir gefallen lassen, als Ungläubige werden im Islam alle bezeichnet, die nicht an Allah, Mohammed und den Koran glauben. darunter zählen also alle anderen Religionen. Der Unterschied war früher nur, Christen und Juden wurden u.a. steuerlich geschont, da Mohammed ähnliche Wurzeln dieser 3 Religionen sah.
Also merke, Zählen übt man mit den Fingerchen und alles größer 10 ist sowieso falsch!
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#20
(08.11.2016, 08:43)Martin schrieb: Das Thema ist weitaus verzwickter. Der Tempelberg ist zwar israelisches Staatsgebiet, steht aber unter jordanischer Verwaltung. Resultiert aus einer Vereinbarung nach dem Sechs-Tage-Krieg. Es wird selbst Israelis empfohlen, die Kippa dort abzulegen, um keine Übergriffe von Muslimen zu provozieren. Muslime fühlen sich von anderen Religionen stets provoziert. Der Felsendom hat, anders als man aufgrund des Namens vielleicht annehmen würde, nicht den Status einer Moschee, er ist lediglich ein Schrein. Der Zugang ist übrigens nur für Muslime kostenlos und uneingeschränkt möglich. Das weitaus wichtigere "Heiligtum" der Friedensreligion ist die benachbarte Al-Aqsa-Moschee. Die Auszeichnung als "Heiligtum" dient vor allem dafür, um territoriale Ansprüche auf den Tempelberg geltend zu machen. Die Anwesenheit eines Rabbi ist aus zwei Gründen nicht möglich. Zum einen gilt der Berg im Judentum als heilig und ein Rabbi würde ihn deswegen nicht betreten wollen, zum anderen würde die Anwesenheit eines Rabbi von den Muslimen ebenfalls als Provokation empfunden und mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Ausschreitungen führen. 

Martin


Danke für die Hintergrund-Informationen. :thumbup1:
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