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EU - Personalausweis - Fingerabdruck
#1
Die EU will den digitalen Fingerabdruck verpflichtend einführen. Bisher war es in Deutschland freiwillig. Dies ist eine weitere Maßnahmen hin zum gläseren EU-Bürger. 


Zitat:Wir müssen die Schrauben anziehen, bis es keinen Raum mehr gibt für Terroristen oder Kriminelle und keine Mittel mehr für sie, Anschläge durchzuführen. Das bedeutet, dass ihnen der Zugang zu Geld, gefälschten Dokumenten, Waffen und explosiven Stoffen versperrt werden muss und sie zugleich daran gehindert werden müssen, unsere Grenzen unentdeckt zu überqueren.“ Darum wird Brüssel laut Avramopoulos vorschlagen, die Sicherheitsvorkehrungen bei Personalausweisen zu verbessern, damit es für Terroristen und Kriminelle schwieriger wird, Dokumente zu fälschen. Konkret ist nach WELT-Informationen geplant, Personalausweise in allen Mitgliedstaaten verpflichtend mit digitalem Fingerabdruck und weiteren biometrischen Daten des Besitzers zu versehen.
https://www.welt.de/print/die_welt/artic...erden.html

Niemand braucht einen gefälschten Personalausweis eines EU Bürgers um Verbrechen zu begehen. EU entwickelt sich sehr stark zum Überwachungsverein. Von freien Bürger kann schon jetzt kaum mehr die Rede sein.
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#2
(16.04.2018, 06:22)Udo schrieb: Die EU will den digitalen Fingerabdruck verpflichtend einführen. Bisher war es in Deutschland freiwillig. Dies ist eine weitere Maßnahmen hin zum gläseren EU-Bürger. 



Niemand braucht einen gefälschten Personalausweis eines EU Bürgers um Verbrechen zu begehen. EU entwickelt sich sehr stark zum Überwachungsverein. Von freien Bürger kann schon jetzt kaum mehr die Rede sein.

Dazu kommt auch dass verschiedene EU-Länder gegen gute Bezahlung Pässe an jedermann verkaufen und niemand geht dagegen vor.
Die Freude ist überall. Es gilt nur, sie zu entdecken.
(Konfuzius)
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#3
Zitat: ... und sie zugleich daran gehindert werden müssen, unsere Grenzen unentdeckt zu überqueren

Und was ist jetzt der Unterschied, ob 70% von denen ihre Papiere mit oder ohne Fingerabdruck wegwerfen? [Bild: blink.gif]
"Die sollen einfach nicht mehr kommen." (jardinduvin)
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#4
(16.04.2018, 09:49)messalina schrieb: Und was ist jetzt der Unterschied, ob 70% von denen ihre Papiere mit oder ohne Fingerabdruck wegwerfen? [Bild: blink.gif]

Eben. Die, die es betrifft, juckt das überhaupt nicht und der Normalbürger ist mit seinen biometrischen Daten in der Datenbank erfasst. Und Fingerabdrücke beweisen nicht immer das, was man geneigt ist, zu glauben. 

Ich habe mal hier oder in einem anderen Forum ein nettes Beispiel konstruiert, ein reines Gedankenkonstrukt. 

Ein Mann will morgens zur Arbeit gehen. Ein kleines rosa Kinderfahrrad, das gestern noch nicht da stand, blockiert den Bürgersteig. Er fasst das Fahrrad an Sattel und Lenker, stellt es zur Seite, geht weiter zur Arbeit und denkt sich nichts dabei. Nach fünf Minuten, noch bevor er am Arbeitsplatz ankommt, hat er das kleine rosa Kinderfahrrad auch schon wieder vergessen. Später am Tag wird das kleine Mädchen, dem das Rad gehörte, vergewaltigt und ermordet im Park um die Ecke aufgefunden.   

Ich will jetzt nicht unbedingt behaupten, dass der Mann wegen der Fingerabdrücke auf dem Sattel und dem Lenker auf dem elektrischen Stuhl landet, wir sind ja schließlich nicht in Amerika. Aber seine Situation in der Untersuchungshaft wäre sicherlich komfortabler, wenn entweder seine Fingerabdrücke gar nicht auf dem Rad wären (da kann er aber nichts dafür) oder der Staat seine Fingerabdrücke nicht in einer Datenbank gehabt hätte. Dann wären das halt irgendwelche Fingerabdrücke auf dem Rad gewesen. 

Früher musste man halt seine Fingerabdrücke abgeben, nachdem sich herausgestellt hatte, dass man ein böser Bube ist. Der Grundgedanke dahinter hatte viel mit der Unschuldsvermutung im Strafrecht zu tun, einer sehr schönen Tradition, die ich nicht missen möchte.

Früher war die Diskussion übrigens auch auf die Vorteile des Datenschutzes fokussiert, nicht auf die impliziten Gefahren. Datenschutz wurde als etwas Gutes und Wünschenswertes begriffen, nicht als terroristische Gefährdung. Erinnert sich noch jemand an den Aufstand bei der Volkszählung damals? Meine Mutter war Zählerin. (Das konnte man sich nicht aussuchen oder sich dazu bewerben. Das war ein "Ehrenamt", zu dem einen die Gemeinde- oder Stadtverwaltung ungefragt verpflichtete. Unentgeltlich natürlich auch. Wo käme man denn auch hin als Gemeinde, wenn man für die Arbeit von anderen Leuten Geld bezahlen würde? Da lag also einfach eines Tages ein schnöder Brief von der Gemeinde in unserem Kasten, und auf einmal war meine Mutter Volkszählerin. Peng.) Die kam manchmal heulend zurück, weil die Leute ihre Daten nicht rausrücken wollten und ihre Wut über die Datenerfassung an den Zählern rausgelassen haben. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie das Klima damals war. Und das ist eben das Seltsame daran, dass man sich das nicht einmal mehr vorstellen kann. Weil sich die Stimmung im Land in der Datenschutzfrage so vollkommen gedreht hat seit damals.

Und jetzt kommt die Denksportaufgabe: Woran liegt das wohl und wer genau könnte ein vitales Interesse daran haben, dass das jetzt so ist?

Wer jetzt antwortet "Das liegt an Diensten wie Facebook und schuld sind Leute wie Mark Zuckerberg", ist zu kurz gesprungen. Zuckerberg ist nur ein Symptom einer viel tiefer liegenden Krankheit. Und ein maximal unsympathischer Schnösel außerdem, aber das gehört nicht hier her.

Es gibt Schrauben, an denen man drehen muss, um die Denkweise einer ganzen hochentwickelten Industriegesellschaft um 180 Grad zu drehen. Und es ist ja nicht nur eine Gesellschaft, deren Denken man verändern musste; dieser Bewusstseinswandel betrifft mehr oder weniger die gesamte westliche Hemisphäre. Für diese Schrauben fehlt selbst Mark Zuckerberg der passende Schraubendreher. So einen großen hat auch er nicht, scheißegal, wie viel sein Facebook angeblich an der Börse "wert" ist. (An der Börse werden Preise gemacht, keine Werte, und das ist ein fundamentaler Unterschied. Bestes Beispiel: Ein Glas Wasser ist eigentlich nichts wert. Man kann es sich in unseren Breiten mit etwas Geduld notfalls selbst machen, indem man mit einer Plastikfolie den Morgentau kondensiert oder so. Deshalb kostet kaltes Wasser aus dem Hahn hier bei uns so gut wie nichts. Aber in der Sahara, kurz vor dem Verdursten, würde man jeden Preis dafür bezahlen.)

Aber jemand hat an dieser Schraube gedreht, denn der Umbruch im Datenschutzdenken war kein Zufall. So etwas kann nicht zufällig passieren.

Die Frage, die gestellt werden müsste, lautet m.E.: Wer wollte schon die ganze Zeit über bewirken, dass die Leute in ihrer übergroßen Mehrheit jetzt so "denken" und nicht mehr so wie damals, und wer konnte das auch bewirken, wenn er das wollte. Wer hatte die Möglichkeit und die Mittel dazu? Und zwar über die ganze Zeit, also von Mitte der 1980er Jahre bis heute. Da bleiben dann nicht mehr viele übrig.
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#5
(16.04.2018, 10:14)PuK schrieb: Eben. Die, die es betrifft, juckt das überhaupt nicht und der Normalbürger ist mit seinen biometrischen Daten in der Datenbank erfasst. Und Fingerabdrücke beweisen nicht immer das, was man geneigt ist, zu glauben. 

Ich habe mal hier oder in einem anderen Forum ein nettes Beispiel konstruiert, ein reines Gedankenkonstrukt. 

Ein Mann will morgens zur Arbeit gehen. Ein kleines rosa Kinderfahrrad, das gestern noch nicht da stand, blockiert den Bürgersteig. Er fasst das Fahrrad an Sattel und Lenker, stellt es zur Seite, geht weiter zur Arbeit und denkt sich nichts dabei. Nach fünf Minuten, noch bevor er am Arbeitsplatz ankommt, hat er das kleine rosa Kinderfahrrad auch schon wieder vergessen. Später am Tag wird das kleine Mädchen, dem das Rad gehörte, vergewaltigt und ermordet im Park um die Ecke aufgefunden.   

Ich will jetzt nicht unbedingt behaupten, dass der Mann wegen der Fingerabdrücke auf dem Sattel und dem Lenker auf dem elektrischen Stuhl landet, wir sind ja schließlich nicht in Amerika. Aber seine Situation in der Untersuchungshaft wäre sicherlich komfortabler, wenn entweder seine Fingerabdrücke gar nicht auf dem Rad wären (da kann er aber nichts dafür) oder der Staat seine Fingerabdrücke nicht in einer Datenbank gehabt hätte. Dann wären das halt irgendwelche Fingerabdrücke auf dem Rad gewesen. 

Früher musste man halt seine Fingerabdrücke abgeben, nachdem sich herausgestellt hatte, dass man ein böser Bube ist. Der Grundgedanke dahinter hatte viel mit der Unschuldsvermutung im Strafrecht zu tun, einer sehr schönen Tradition, die ich nicht missen möchte.

Früher war die Diskussion übrigens auch auf die Vorteile des Datenschutzes fokussiert, nicht auf die impliziten Gefahren. Datenschutz wurde als etwas Gutes und Wünschenswertes begriffen, nicht als terroristische Gefährdung. Erinnert sich noch jemand an den Aufstand bei der Volkszählung damals? Meine Mutter war Zählerin. (Das konnte man sich nicht aussuchen oder sich dazu bewerben. Das war ein "Ehrenamt", zu dem einen die Gemeinde- oder Stadtverwaltung ungefragt verpflichtete. Unentgeltlich natürlich auch. Wo käme man denn auch hin als Gemeinde, wenn man für die Arbeit von anderen Leuten Geld bezahlen würde? Da lag also einfach eines Tages ein schnöder Brief von der Gemeinde in unserem Kasten, und auf einmal war meine Mutter Volkszählerin. Peng.) Die kam manchmal heulend zurück, weil die Leute ihre Daten nicht rausrücken wollten und ihre Wut über die Datenerfassung an den Zählern rausgelassen haben. Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, wie das Klima damals war. Und das ist eben das Seltsame daran, dass man sich das nicht einmal mehr vorstellen kann. Weil sich die Stimmung im Land in der Datenschutzfrage so vollkommen gedreht hat seit damals.

Und jetzt kommt die Denksportaufgabe: Woran liegt das wohl und wer genau könnte ein vitales Interesse daran haben, dass das jetzt so ist?

Wer jetzt antwortet "Das liegt an Diensten wie Facebook und schuld sind Leute wie Mark Zuckerberg", ist zu kurz gesprungen. Zuckerberg ist nur ein Symptom einer viel tiefer liegenden Krankheit. Und ein maximal unsympathischer Schnösel außerdem, aber das gehört nicht hier her.

Es gibt Schrauben, an denen man drehen muss, um die Denkweise einer ganzen hochentwickelten Industriegesellschaft um 180 Grad zu drehen. Und es ist ja nicht nur eine Gesellschaft, deren Denken man verändern musste; dieser Bewusstseinswandel betrifft mehr oder weniger die gesamte westliche Hemisphäre. Für diese Schrauben fehlt selbst Mark Zuckerberg der passende Schraubendreher. So einen großen hat auch er nicht, scheißegal, wie viel sein Facebook angeblich an der Börse "wert" ist. (An der Börse werden Preise gemacht, keine Werte, und das ist ein fundamentaler Unterschied. Bestes Beispiel: Ein Glas Wasser ist eigentlich nichts wert. Man kann es sich in unseren Breiten mit etwas Geduld notfalls selbst machen, indem man mit einer Plastikfolie den Morgentau kondensiert oder so. Deshalb kostet kaltes Wasser aus dem Hahn hier bei uns so gut wie nichts. Aber in der Sahara, kurz vor dem Verdursten, würde man jeden Preis dafür bezahlen.)

Aber jemand hat an dieser Schraube gedreht, denn der Umbruch im Datenschutzdenken war kein Zufall. So etwas kann nicht zufällig passieren.

Die Frage, die gestellt werden müsste, lautet m.E.: Wer wollte schon die ganze Zeit über bewirken, dass die Leute in ihrer übergroßen Mehrheit jetzt so "denken" und nicht mehr so wie damals, und wer konnte das auch bewirken, wenn er das wollte. Wer hatte die Möglichkeit und die Mittel dazu? Und zwar über die ganze Zeit, also von Mitte der 1980er Jahre bis heute. Da bleiben dann nicht mehr viele übrig.

Ich unterstütze das Geschriebene.
Es ist auch nicht neu, dass man über den Umweg EU einführt, was national schwierig geworden wäre. Die Freiwilligkeit der Abgabe hat ja kaum eine genutzt. In meinen Umfeld war keiner bereit seine Fingerabdrücke auf dem Personalausweis zu hinterlassen.
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